Fressen und trinken

Beiträge vom Februar 2008

Mozzarella di bufala

Februar 21, 2008 · 1 Kommentar

Büffelmozzarella. Im Coop kann man Büffelmozzarella als “Fine Food” Artikel kaufen. Ich werde gleich erklären, warum das völliger Schwachsinn ist und warum diejenigen die diesen Artikel kaufen Narren sind und nicht etwa Feinschmecker!

Ich habe mehrmals Büffelmozzarella frisch aus dem Caseificio (Käserei) gegessen. Das war jeweils auf dem Weg zwischen Rom und Apulien. Da durchfährt man nämlich die Region Kampanien, wo die Büffelmozzarella auch herstammt. Der Grund ist einfach weil es nur dort Büffel hat :-) . Der Geschmack ist herrlich und extrem schwierig zu beschreiben, weil es mit nichts anderem vergleichbar ist. Wenn ich sonstwo Büffelmozzarella gegessen habe, hat sie nie geschmeckt. Denn Büffelmozzarella muss ganz frisch gegessen werden, sonst verändert sich der Geschmack schnell. Also weder in Rom noch in Modena habe ich je gute Büffelmozzarella gegessen. In Modena kaufte ich jeweils auf dem Markt die Mozzarella die noch am selben morgen direkt aus Kampanien gekommen war. Jedes mal blieb ich enttäuscht.

Jetzt versteht ihr warum Büffelmozzarella im Coop völliger Schwachsinn ist. Weil es in der Schweiz keine Büffel gibt. Die Mozzarella ist nicht ganz frisch (Supermärkte definieren bekantlich frisch zu ihrer Gunst) und ist somit ungeniessbar. Ich habe sie aus Neugierde probiert und die Erwartungen wurden absolut bestätigt. Wenn sie jemand trotzdem kauft, tut er es aus ignoranz. Coop vermarktet sie toll und verdient gutes Geld mit Büffelmozzarella die ein Napoletaner nicht essen würde. Der “Fine Food” Kunde dagegen isst sie für teures Geld. :-)

Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Nahrungsmittel der aktuellen Saison und der Umgebung gegessen werden sollten. Das glaube ich nicht primär aus ökologischen Gründen, sondern einfach weil FRISCHE WARE SCHMECKT VIEL BESSER. Wenn man keine Produkte aus tausenden von Kilometern Distanz kauft, erspart man sich automatisch nicht frische Waren zu essen.

Für weiter Infos zu Mozzarella di Bufala hier klicken. Anscheinend hats in der Schweiz eine kleine Büffelfarm, die auch Büffelmozzarella herstellt.

PS: Mozzarella di bufala wird in 250g Kugeln hergestellt und verkauft. Napoletaner essen sie direkt aus dem Plastiksäckchen. Es heisst nämlich dass das Metall der Gabel den Geschmack verändert. Wenn jemand will kann er auch etwas Pfeffer und Olivenöl drauftun.

Update:

Ich bin stets auf der Suche nach einer guten Mozzarella di bufala. Leider ist es keine Garantie, wenn man die Mozzarella in einem Caseificio im Sueden des Landes kauft. Folgende Verkaufsstellen empfehle ich.

Eins: Mozzarella di bufala aus Reggio Emilia. Dafuer, dass sie im Norden Italiens hergestellt ist, schmeckt sie wirklich ausgezeichnet. Prädikat 1. Hier.

Zwei: Mozzarella von www.tenutadeiguitti.it . Kann auch im Dorf “San Felice Circeo” gekauft werden im “Viale Tittoni 1″. Prädikat 1+. Beste Mozzarella. Genau wie sie sein soll. Schmilzt im Mund.

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Sanmorillo und Kotelett

Februar 20, 2008 · Keine Kommentare

Heute habe ich wieder ein Kotelett gemacht. Zurzeit habe ich einen genialen Kotelett Lieferant. Das Fleisch ist super gut und wird immer bis auf den Knochen gegessen.

Die ‘Sauce’ dazu heisst Sanmorillo (vielleicht schreibt man es auch ganz anders). Ich kenne es von meiner Mutter. Sanmorillo besteht aus Olivenöl, wenig Aceto Balsamico, fein geschnittener Knoblauch, Oregano, Salz und Pfeffer. Alles zusammen mischen und das fertige Produkt über das gebratene Kotelett giessen. Wichtig dabei ist das Kotelett ohne Oel braten und schon beim braten salzen und pfeffern.

Kotelett mit Sanmorillo

:-) Ich bin noch kein Künstler fürs Auge, nur für den Mund.

Das Kotelett mit Zitrone ist viel erfrischender. Dagegen kann Sanmorillo schwer im Bauch liegen, wenn man zuviel oel benutzt. Also oel früh genug mit Knoblauch und Oregano mischen, damit es Zeit hat den Geschmack aufzunehmen. Dann vorsichtig dosieren für maximales Resultat.

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Essen ist in Italien Thema Nummer eins

Februar 19, 2008 · Keine Kommentare

In Italien ist essen sehr wichtig. Neben Fussball und Frauen ist es Gesprächsthema Nummer eins. Die zentrale Frage lautet immer, was hast du gegessen? Ich werde nie den Argentinier vergessen der mir gesagt hat, Italiener würden immer übers essen reden.

Was ich eigentlich erzählen will, ist dass eine Mahlzeit in Italien stark strukturiert ist. Fast wie ein Ritual durchläuft man die folgenden Etappen: Antipasto, Primo, Secondo, Insalata, Frutta, Caffe und Digestivo.

Antipasto ist die Vorspeise. Die kann sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel Backwaren, rohes Gemüse oder eine Suppe.

Die Unterscheidung zwischen Primo und Secondo für das eigentliche Hauptgericht ist extrem typisch. Primo sind immer Pasta. Ausnahmsweise kann die Pasta durch Risotto ersetzt werden. Secondo ist entweder Fleisch oder Fisch. Primo und Secondo ist nicht die Unterscheidung für ein Mehrgängis Festmenu. Vielmehr ist es üblich immer, also auch in der Mensa, ein kleiner Primo und ein Secondo zu essen. Natürlich kann man auch einmal nur das eine oder das andere nehmen. Die Ausnahme bildet die Pizza. Sie ist weder Primo noch Secondo.

Nach den Hauptgängen wird zuerst Salat gegessen und nachher Früchte. Salat dient nie als Vorspeise.

Zum Schluss, normalerweise lässt man zuerst etwas Zeit verstreichen, wird der Kaffe genommen. Freiwillig sind die Digestivi. Das sind zum Beispiel Limoncello, Grappa und je nach Region der typische Schnaps. In Reggio Emilia wäre dies der Nocino.

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Aceto Balsamico

Februar 16, 2008 · Keine Kommentare


Ich habe letzte Woche eine Flasche Aceto Balsamico 8 jährig geleert. Die Flasche war 1dl gross :-) . Er hat ziemlich geschmeckt. Vorallem zusammen mit Parmigiano Reggiano kombiniert er sich sehr gut. Ich nehme jeweils ein Stück Parmigiano Reggiano und einen Schluck Aceto Balsamico direkt aus der Flasche. Das Schmeckt!!! Aceto Balsamico 8 jährig hat nämlich nur noch wenig mit Essig zu tun. Es ist vielmehr so ein Sweet and Sour Elixir. Gestern habe ich mir den Aceto Balsamico 40 jährig gekauft. Der ist mehr als doppelt so teuer und die Flasche ist nur noch 40 ml gross. Den trinke ich etwas gemächlicher. Im Prinzip sollte man ihn auf den Käse tröpfeln, aber da bleibt er nie drauf, er fliesst fast immer herunter. Deshalb nehme ich auch bei dem einen Schluck aus der Flasche… einen kleinen Schluck.

Der Aceto Balsamico, den man in der Schweiz im Supermarkt kauft ist ziemlich Müll. Er ist etwa auf dem Niveau von Tetra Pack Rotwein. Nur weiss es niemand, weil die meisten richtigen Aceto Balsamico nie probiert haben. Der Supermarkt Aceto Balsamico ist normalerweise industriell gefertigt und ist nicht gelagert worden. Richtiger Aceto Balsamico wird mindestens 1 Jahr in kleinen Holzfässern gelagert. Empfehlen kann ich den Aceto Balsamico von der Acetaia Picci. Dieser wird auch in der Schweiz per Post vertrieben. Für weiter Infos kann auch diese Seite hilfreich sein.

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Mit Zitrone würzen

Februar 15, 2008 · Keine Kommentare

Ich habe die Zitrone neue entdeckt. Rein zufälligerweise, weil ich keinen Essig (ausser Aceto Balsamico) habe.

Zitrone ist wunderbar um Salat zu würzen, besonders Karottensalat. Dabei darf man ausser Salz nichts anderes verwenden.

Auch Fleisch lässt sich wunderbar mit Zitrone würzen. Ganz klassisch sind Scaloppine al Limone. Die sind aber schon zu kompliziert zum machen. Nein, es braucht einfach viel Uebung. Scaloppine sind nichts anderes als superdünne Kalbsschnitzel in einer Oel Zitrone Mischung marinieren und danach braten. Beim braten habe ich immer Mühe das richtige Timing zu finden. Letztes mal habe ich die extradünnen Schnitzel wie Filets kurz auf beiden Seiten angebraten, so dass sie in der Mitte noch rot waren. Das Fleisch war dann zu zäh zum essen. Also noch eine Minute weitergebraten und dann hat es super geschmeckt.

Noch besser sind Koteletts mit Zitrone. Koteletts auf beiden Seiten mit Salz und Pfeffer würzen, braten und erst ganz am Schluss Zitrone drauf tun. Das Schwierige ist das Kotelett richtig zu braten, das heisst weder zu wenig noch zu viel. Ich brate bei hoher Hitze. Beim Kotelett warte ich bis es nach verbrannt riecht. Das ist immer der Knochen der verbrannt ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt um das Kotelett zu wenden und etwa 1 Minute fertigbraten.

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Emilia Romagna

Februar 15, 2008 · Keine Kommentare

Ich bin seit 9 Monaten in Italien, genauer gesagt in Reggio Emilia. Diese Stadt befindet sich mitten in der Emilia Romagna, die berühmteste Region für kulinarische Spezialitäten. Vielleicht auch daher mein verstärktes Interesse fürs Essen. In Wahrheit haben alle Regionen in Italien super Spezialitäten, nur wurden sie in der Emilia Romagna am besten vermarktet.

Ich will immer lokale Produkte essen. Wegen mir sollen Esswaren nicht tausende Kilometer machen. Das setze ich auch in Reggio Emilia um. Ich will essen und trinken was sie hier essen und trinken. Das ist auch ein Weg um die Kultur kennenzulernen. Typisch hier sind natürlich die weltberühmten Parmigiano Reggiano, Aceto Balsamico di Modena und Prosciutto di Parma. Zum trinken Lambrusco. Das ist spritziger Rotwein, den es nur hier gibt. Zu den einzelnen Produkten werde ich vielleicht in einem anderen Posting eingehen.

Seit zwei Monaten esse ich jeden Tag Parmiggiano Reggiano und trinke Lambrusco. Der Lambrusco hat mir am Anfang überhaupt nicht geschmeckt, da hätte ich lieber einen einfachen Nero d’Avola getrunken. Mit der Zeit hat er angefangen mir zu schmecken. Ich wusste das es soweit kommt. Das war mit dem Schwimmbadgeruchwasser in den USA genauso :-) . Der Käse dagegen hat mir von Anfang an geschmeckt. Ein Kilo Käse dauert bei mir in der Regel 10 Tage bis 2 Wochen. Zum Glück kostet er die Hälfte weniger als im Ausland. Jedenfalls ist es ein Erlebnis jeden Tag Parmigiano zu Essen. Jeweils schon am Nachmittag verspüre ich das jucken an der Oberlippe. Das kommt vom hohen Salzgehalt und verlangt nach mehr. Jeden Tag wenn ich nach Hause komme gehe ich zum Kühlschrank und nehme den Käse heraus. Davon breche ich ein grosses Stück ab. Dieses esse ich genüsslich wie ein Stück Brot und stille langsam mein Verlangen. Uebrigens ich bin nicht dick, denn ich esse viel Gemüse und treibe viel Sport.

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Je einfacher desto besser!

Februar 15, 2008 · Keine Kommentare

Ich hatte schon lange die Idee einen Blog zu starten, um von meinen Erfahrungen beim Kochen zu erzählen. Ich bin kein Kochprofi. Ich habe einfach Spass beim Kochen und Essen. Achtung: Kochen heisst für mich nicht ein Rezeptbuch aufschlagen und Schritt für Schritt die Anweisungen befolgen. Kochen heisst in die Küche gehen, schauen was vorhanden ist und damit improvisieren. Spannend ist es immer wieder etwas neues auszuprobieren. So lerne ich langsam den Geschmack und die Kombinationsmöglichkeiten der Esswaren kennen. Das Motto ist: je einfacher desto besser. Uebrigens der blog heisst fressenundtrinken.blogspot.com weil essenundtrinken schon besetzt war.

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